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Manifest 2021

Unsere Gesellschaft braucht eine grundhafte Erneuerung.

Das pure Streben nach Profit kommt dank nur endlicher Ressourcen an die Grenze des Machbaren. Die Erde kann nicht allen Menschen den gleichen Wohlstand ermöglichen. Die Moral erlaubt es uns nicht länger, andere Menschen auszubeuten.

Technische Innovationen bringen die Erwerbsarbeit an ihre Grenzen. Robotik und künstliche Intelligenz verdrängen den Menschen aus der Arbeit. Arbeit als sinnstiftend für die Gesellschaft wird immer mehr verdrängt durch andere Selbstverwirklichung.

Das Klima ist bereits stark geschädigt. Ideologien und Verdrängungsmechanismen verhindern das nötige sofortige Umsteuern. Globale Extremwetterereignisse nehmen zu und stellen die Solidargemeinschaft auf die Probe.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Der Norden lebt weiterhin zu Lasten des globalen Südens.

Autoritäre und faschistische Systeme sind global auf dem Vormarsch. Der Angriffskrieg Putins zeigt die Grenzen der Politik des „Wandels durch Handel“. Die Globalisierung führt zu einer weitgehenden Abhängigkeit der Demokratien von antidemokratischen Regimen.

All diese Faktoren verschärfen die Unruhen zwischen den Akteuren der Gesellschaft und führen unweigerlich zu einer gesellschaftlichen Disruption.

Es liegt in unserer Hand, ob wir diese Disruption gestalten, oder wir von der Klimakatastrophe und der sozialen Unwucht in einen chaotischen Zustand getrieben werden, in dem alle verlieren.

Nachtrag

Dieser Text steht seit fünf Jahren unverändert. Das war nicht die Absicht. Eine Diagnose sollte sich erledigen, indem man ihr folgt.

Korrigieren musste ich nichts. Nur der Absatz über Robotik und künstliche Intelligenz hat die Zeitform gewechselt: Was 2021 eine Erwartung war, ist Beschreibung geworden.

Von den Quellen, auf die sich die frühere Fassung dieser Seite stützte, führen vierzehn ins Leere, eine verlinkte Domain existiert nicht mehr. Die Belege sind schneller zerfallen als das, was sie belegen sollten.

Dass ein Text über aufgeschobenes Handeln fünf Jahre lang gültig bleibt, ist kein Beweis, dass er recht hatte. Es ist der Aufschub.

Wie hier gearbeitet wird

Zuletzt notiert

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  1. Ressourcen

    Wind rundet, Wasser bricht

    Ein Drittel der Landfläche der Erde ist Wüste, und fast nichts davon taugt zum Bauen: Windgeschliffene Körner sind rund und binden nicht. Brauchbar ist nur, was Wasser bewegt hat — Flüsse, Küsten, Meeresboden. Genau dort wird geholt, und genau dort hält der Sand die Landschaft zusammen.

    4 Min · 6 Quellen

  2. Macht

    Der unbezifferte Rest

    Ausländer erscheinen in der Kriminalstatistik 2,6-mal so häufig als Tatverdächtige wie Deutsche. Vier Verzerrungen dieser Zahl sind gemessen und lassen sich abziehen. Was danach übrig bleibt, hat niemand beziffert — und beide Lager der Debatte haben Gründe, es dabei zu belassen.

    4 Min · 5 Quellen

  3. Macht

    Zwei Arten zu bremsen

    Anthropics Alignment-Leiter beziffert das Risiko, dass KI alle Menschen tötet, persönlich auf über zehn Prozent. Das Unternehmen hat daraufhin Evaluationen ausgesetzt, Trainingsumgebungen angehalten und 150 Entwickler umgesetzt — mit festen Rückkehrbedingungen. Was es nicht hat, ist eine Bremse, die für die ganze Branche gilt. Es fordert sie selbst.

    5 Min · 6 Quellen

  4. Nachhaltigkeit

    Null Komma fünf Prozent

    In 834 von 845 europäischen Städten ist die hitzebedingte Sterblichkeit gestiegen. Von den Klimaprojekten, die dieselben Städte melden, betreffen 0,5 Prozent die Gesundheitsversorgung. Das ist kein Vorwurf — es ist eine fehlende Rechengröße.

    3 Min · 3 Quellen

  5. Nachhaltigkeit

    Vorhersehen und verhindern

    1979 forderte die erste Weltklimakonferenz, menschengemachte Klimaänderungen vorherzusehen und zu verhindern. Seither hat die Staatengemeinschaft dreißigmal getagt. Was sich in dieser Zeit verändert hat, ist das Vokabular.

    3 Min · 6 Quellen

Themen

Fünf Stränge, einer je Absatz des Manifests. Sie hängen zusammen: Endliche Ressourcen setzen der Wirtschaft eine Grenze, Automatisierung entkoppelt Produktivität von Arbeit, und beides verschiebt die Frage, wer was bekommt — und wer darüber entscheidet.

Belege statt Meinung

Jeder Beitrag führt seine Quellen als eigene Liste am Ende — nicht als Links im Fließtext. Das ist kein Formalismus: Nur so lässt sich maschinell prüfen, ob eine Quelle noch existiert. Diese Seite ist ein Notizbuch, kein Nachrichtenmedium. Was hier steht, ist belegt oder als Einschätzung gekennzeichnet.