Am 23. Februar 1979 endete in Genf die erste Weltklimakonferenz. Rund 350 Fachleute aus 53 Ländern hatten zwei Wochen lang getagt. Ihre Erklärung hält fest, es sei nun dringend notwendig für die Nationen der Welt, das gegenwärtige Wissen über das Klima voll auszuschöpfen, dieses Wissen erheblich zu verbessern und — dritter Punkt — menschengemachte Klimaänderungen vorherzusehen und zu verhindern.
Der Wortlaut, maßgeblich ist das englische Original:
it is now urgently necessary for the nations of the world: (a) To take full advantage of man's present knowledge of climate; (b) To take steps to improve significantly that knowledge; (c) To foresee and prevent potential man-made changes in climate
Die deutsche Wiedergabe oben ist eine Übersetzung dieser Redaktion.
Das Wort, auf das es ankommt, ist das letzte: verhindern. Nicht begrenzen, nicht anpassen, nicht abmildern. Die Konferenz ging davon aus, dass noch etwas zu verhindern war.
Was seither beschlossen wurde
Neun Jahre später, im Juni 1988, tagte in Toronto die Weltkonferenz über die sich verändernde Atmosphäre. Sie wurde konkret: Die Treibhausgasemissionen sollten bis 2005 um 20 Prozent unter den Stand von 1988 sinken, bis 2050 um 50 Prozent. Im selben Jahr riefen die Weltorganisation für Meteorologie und das UN-Umweltprogramm den Weltklimarat ins Leben.
Vom 29. Oktober bis zum 7. November 1990 folgte in Genf die zweite Weltklimakonferenz. Der Weltklimarat legte seinen ersten Sachstandsbericht vor. Sechs Wochen später beschloss die UN-Generalversammlung, ein weltweites Klimaabkommen zu verhandeln.
1992 wurde in Rio de Janeiro die Klimarahmenkonvention angenommen. 1995 trat in Berlin die erste Vertragsstaatenkonferenz zusammen. 1997 folgte das Kyoto-Protokoll, 2015 das Übereinkommen von Paris.
Im Dezember 2023 einigte sich die Konferenz in Dubai erstmals auf eine Formulierung, die den Ausstieg aus fossilen Energieträgern benannte. Es war das 28. Treffen dieser Art.
Wie sich das Vokabular verschoben hat
1979 sollte verhindert werden. 1988 wurde ein Zielwert genannt, den keine Regierung zu erfüllen versprach. Ab 1992 wurde verhandelt, ab 1997 wurde ratifiziert, ab 2015 wurde ein Temperaturziel gesetzt, dessen Einhaltung inzwischen Gegenstand eigener Berichte ist. 2023 wurde ausgesprochen, worum es geht.
Die Reihenfolge ist nicht zufällig. Sie beschreibt, wie ein Problem behandelt wird, das nicht gelöst wird: Es wird präziser beschrieben.
Der vorläufige Stand
Vom 10. bis 21. November 2025 tagte die dreißigste Vertragsstaatenkonferenz in Belém. Die Abschlusserklärung trägt den Namen „Global Mutirão". Ein Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien kommt darin nicht vor. Der Präsident der Konferenz kündigte zwei solche Fahrpläne an — außerhalb des beschlossenen Textes.
Die einunddreißigste Konferenz ist für November 2026 in Antalya angesetzt.
Was daraus folgt
Zwischen der Aufforderung, menschengemachte Klimaänderungen vorherzusehen und zu verhindern, und der Ankündigung eines Fahrplans außerhalb des Beschlusstextes liegen 47 Jahre und über dreißig Konferenzen.
Das ist kein Beleg dafür, dass Konferenzen nichts bewirken. Der Weltklimarat, die Rahmenkonvention, das Pariser Übereinkommen sind aus ihnen hervorgegangen, und ohne sie gäbe es weder die Messreihen noch die Berichte, auf die sich jede Kritik stützt.
Es ist ein Beleg für etwas anderes. Ein Problem, das seit 1979 als solches benannt ist, hat eine feste Form gefunden, in der es bearbeitet wird: jährlich, an wechselnden Orten, mit einem Abschlusstext. Die Bearbeitung ist zuverlässig geworden. Das Verhindern nicht.